Elternführerschein und was Sozialpädagogik mit Bionik zu tun hat

Familienpolitik und Schulbildung

Was Christina Schwarzer als Obfrau im Familienausschuss und MdB im Juni und der aktuell diskutierte CDU-Generalsekretär Cai Wegner mit dem von ihnen geforderten Elternführerschein auf die Agenda setzen, ist keinesfalls neu. Seit den siebziger Jahren diskutiert man immer einmal wieder, das durch bröckelnde Familienstrukturen entstehende Manko an Erfahrungsweitergabe in puncto Erziehung, Gesundheit, Sozialkompetenz und sicherlich auch einfach praktischer Lebenshilfe  in Haushalt und Familie durch entsprechende Fortbildungskurse zu ersetzen.

Das Buch „Deutschland misshandelt seine Kinder“ von Michael Tskokos und Saskia Guddat, die beide Rechtsmediziner der Berline Charité sind, hat die Diskussion um Kinderschutz, elterliche Fürsorgepflichten und Überforderung von Eltern befeuert. Und das natürlich zu Recht – die hier genannten Fakten sind keine Kinderspiel: Jede Woche sterben in Deutschland drei Kinder an den Folgen elterlicher Gewalt und 70 Kinder erleiden pro Woche in einem solchen Ausmass Verletzungen durch meist elterliche Misshandlungen, dass es erst durch notwendig gewordene ärztliche Versorgung überhaupt statistisch erfasst wird. Man muss davon ausgehen, dass die Dunkelziffern wesentlich höher liegen. Die Zahlen sind vom Deutschen Kinderschutzbund bestätigt.

Doch nicht nur derartige häusliche Gewaltexzesse sind in diesem Zusammenhang zu thematisieren: Kinder werden vernachlässigt in Pflege und Ernährung, erhalten zu wenig Zuwendung, Förderung und Geborgenheit. Oder werden überbehütete Heli-Kinder, als Partnerersatz sozial missbraucht und auf solche Weise in ihrer Entwicklung ausgebremst.

Gesellschaftlicher Wandel

Die Grossfamilien in denen sich Onkel, Tanten, Grosseltern einmischten und auch einbrachten sind nicht mehr existent und das per Gesetz extrem gestärkte elterliche Recht geht hierzuland über alles und lässt Einmischung „von aussen“ und damit auch Hilfe von aussen selten und kaum zu. Was innerhalb der Familien und in den Haushalten stattfindet „geht keinen was an“ – schreckliche Realität.

Alles Patchwork...

Über 50 Prozent aller Ehen werden geschieden, Patchwork-Familien sind Standard und Alleinerziehende, die Haushalt, Job, Kindererziehung, Selbstverwirklichung und die Suche nach neuen Partnern unter einen Hut bekommen sollen bilden die Mehrheit.

Die Idee „Elternführerschein“ muss man keineswegs toll finden – aber dass diese notwendige Diskussion weiterhin geführt wird, ist wichtig.

Zwölftklässer einer Stuttgarter Schule formulierten ganz richtig, es sei eigentlich eine Katastrophe, dass man für jede Arbeit, jeden Job eine Eignung nachweisen müsse, mit Stempel und Unterschrift als wichtig ausgewiesen, aber für Kindererziehung müsse man „gar nix können“ und werde nie gefragt, ob man sich hier überhaupt auskennt.

Auf gesellschaftliche soziale Veränderungen der Strukturen muss man reagieren – und zwar mit Innovation, Offenheit und Kreativität

Soziale Kompetenz ist vielleicht heute mehr denn je eine Kernkompetenz die wertgeschätzt gehört; und was das Ansehen sozialer Berufe angeht, so ist hier sicherlich noch einiges nachzuholen. Dieses Ansehen drückt sich in Löhnen und Gehältern aus – wie es bei uns hier im Sozial- und Pflegedienst bestellt ist, zeigt, dass die Arbeit am Menschen zu wenig geschätzt wird.

In der Schule schon gelernt…

Erziehung und Sozialpädagogik sowie der Erwerb existentieller Grundkompetenzen in Bereichen wie  Ernährung/Kochen/Lebensmittelkunde, Gesundheit und Hygiene gehören nicht als 10-schulstündiges Experiment sondern als Fachunterricht umgesetzt in allen Schulformen.

Wir brauchen eine Öffnung der Lebensformen. Mehr bezahlbare Möglichkeiten für Haus- und Wohngemeinschaften schaffen ein „urbanes Mikrokllima“ welches gerade auch Alleinerziehende, aber auch Familien, durch klassisches Nachbarschaftshilfe sozial entlastet.

Wir brauchen ausreichend soziale Angebote für Kinder, Zuhörer und Helfende die soziale und zusätzliche emotionale Geborgenheit bieten und kindliche Entwicklung unabhängig stärken.

Was hat Sozialpädagogik mit Bionik zu tun

Familie ist eigentlich eine Erfindung der Natur – schon vor mehr als 700 Millionen Jahren, so fanden Forscher heraus, haben sich selbst  coole Fische um ihren Nachwuchs gekümmert und zogen nach dem Ablaichen nicht einfach weiter.

Dass die Mutter-Kind-Beziehung um die Väter ergänzt wurde, kennt man erst von Vögeln wo die Väter sich an der Brutpflege beteiligen und sogar Essen ranholen.

Wahre soziale Netzwerke zur Kindererziehung und Hilfe von allen Seiten kennen zum Beispiel Murmeltiere, Erdmännchen und auch Elefanten – hier sind überall Tanten, Geschwister und sogar nicht genetisch-verwandte Herdenmitglieder pädagogisch beteiligt.

Die genetisch mit uns stark verwandten Schimpansen setzen wieder auf die Mutter-Kind-Beziehung. Ganz anders läuft es bei den sog. Krallenäffchen die von dem renommierten Zoologen und Primatenforscher Carel von Schaik/Zürich für folgendes Experiment agierten:

Er setzte zwei Äffchen in zwei benachbarte Käfige – eines der Äffchen hatte die Möglichkeit an einem Brett zu ziehen, damit das andere Nachbar-Äffchen an Essen kommt. Wenn es jedoch an diesem Brett zieht, hat ausschliesslich das Nachbar-Äffchen etwas davon – das aktive Äffchen selbst nicht! Dies wäre also ein rein empathisch-sozialer Akt – und die Äffchen verhielten sich tatsächlich so.

Soziales Verhalten entlastet

Nach neuesten anthropologischen Forschungen sind es Empathie und gemeinsame Jungenaufzucht, die Menschen von Primaten unterscheiden. Und: Kein Evolutionsvorsprung  ohne Vorteilsnahme – die Krallenäffchen profitieren von ihren sozialen und empathischen Zügen, denn die Weibchen sind durch dieses Verhalten so entlastet, dass sie mehrfach im Jahr Junge zur Welt bringen während Schimpansen erst wieder Nachwuchs bekommen, wenn ein Jungtier wirklich grossgezogen, ausgewachsen und selbständig ist.

In diesem Zusammenhang sind Menschen wie die Krallenäffchen – sie können nur relativ häufig Nachwuchs bekommen, weil  andere bei der Aufzucht helfen. Dass dies auch für den Nachwuchs intellektuell anspruchsvoller ist, hat sich sogar in der Ausbildung der Hirn-Areale im Laufe der Evolution niedergeschlagen: Es erfordert mehr soziale und kognitive Fähgikeiten mit einer Gruppe umzugehen, als ausschliesslich mit der Mutter. Aus diesem Grunde ist das menschliche Gehirn deutlich grösser, als das von Schimpansen – und das aus Sicht der Evolution „neueste“ oder jüngste Gehirnareal, der Neokortex, ist genau das Feld in dem die Empathie ihren Sitz hat.

Frühe Urmenschen-Gesellschaften waren nicht durch „Kernfamilienstrukturen“ oder Monogamie geprägt – Entscheidungen der Ur-Männer wurden demnach nicht zu Gunsten der Nachkommen, von denen sie ja nicht wissen konnten, ob sie wirklich der Vater sind, getroffen, sondern zugunsten der Herkunftsfamilie.

Besitz und Gesellschaft 

Mit der Sesshaftigkeit und damit verbundenem Besitz wurde auch hier alles anders: Besitz sollte ja an Nachkommen weitergegeben werden können. Dazu musste aber sichergestellt sein, dass es auch wirklich jeweils die eigenen Sprösslinge waren – also brauchte man eine monogame Ordnung. Das Thema „Erbschaft“ wurde zum sozio-evolutionären Motor – Vorteilsnahme durch Besitz – wer erben konnte, war sozial schon mal im Vorteil.

Soweit so gut. Ganz im Sinne der Bionik, die sich abschaut, was wir von der Natur noch alles lernen können, ginge es nun darum, mit offenem Blick und Kreativität alles Nachahmenswerte vom Krallenäffchen über die Organisation der Elefanten-Gesellschaften bis zur Ur-Gesellschaft unserer Vorfahren sozialpädagogisch-sinnvoll zu verwerten.

Und das hat dann Sozialpädagogik mit Bionik zu tun 🙂

 

 

Bienen in der City – urban farming!

Aktiv für Bienenschutz

Es häufen sich die Meldungen, dass ein zunehmendes Massensterben unter Bienenvölkern weltweit zu verzeichnen ist. In Deutschland liegt diese Rate bei über 30 Prozent!
Agrar-Forscher führen das Bienensterben erstrangig auf den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft (Imidacloprid, Thiamethoxam, Clothianidin, Fipronil, Chlorpyriphos, Cypermethrin und Deltamethrin und auch Neonicotinoide – die nun lt. EU-Beschluss zumindest für die nächsten zwei Jahre nicht bzw. nur stark eingeschränkt genutzt werden dürfen) und auf die zunehmende Verbreitung der höchst aggressiven Varroa-Milbe zurück.

Davon ausgehend dass in Deutschland 52,4 Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt werden (und davon wiederum 60 Prozent zur Futtermittelherstellung)
wir 30,1 Prozent Waldfläche und 13,3 Prozent Siedlungsfläche (Rest: 2,4 Wasserfläche und 1,8 Prozent „sonstiges“ wie z.B. Abbauflächen) so ist schnell übersichtlich dargestellt,
wieviel Verantwortung bezüglich Natur- und Umweltschutz in Händen der Agrarwirtschafter liegt.

Über 90 Prozent der weltweiten Lebensmittel werden aus rd. 100 verschiedenen Nahrungspflanzen hergestellt -davon werden über 70 Prozent von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen bestäubt! Ein Bienenvolk fliegt an EINEM TAG mehrere Millionen Blüten an! Dass Blütenbestäubung von Menschenhand zwar möglich aber sicherlich nicht annähernd so effizient sein kann, liegt auf der Hand.

Natur- und Artenschutzorganisationen fordern dringend:
1. Mehr Investition in die Entwicklung und Erforschung ökologisch-nachhaltiger Landwirtschaft
2. Verbot von insekten- und bienenschädlichem Pestizid

Getreu unserem Motto „Wir sind der Schwarm!“  hier unsere Tipps wie jede/r zum Schutz der Bienen aktiv sein und werden kann:

1. Erhöht die Biodiversität in dem Umfeld in dem Ihr wohnt – sät Wildblumen auf Balkonen, Terrassen, in Gärten und Parks, auf Freiflächen oder Flachdächern und auf Schulhöfen – überall!
2. Kauft Lebensmittel die ökologisch-nachhaltig produziert wurden – und am besten aus Eurer Region
3. Esst, was zur Jahreszeit passt, wer braucht schon Erdbeeren zu Weihnachten ?? 🙂
4. baut ein Bienenhaus und stellt es irgendwo auf
5. Pflanzt auf Terrassen und Balkonen und in Gärten eine Blumenvielfalt möglichst einheimischer Arten und achtet darauf, dass in jedem Monat etwas blüht, sodass
Bienen in jedem Monat bei Euch etwas zu fressen finden
6. Verwendet keine bienenschädlichen Schädlingsbekämpfer und Düngemittel
7. Stellt eine Vogeltränke auf – auch Bienen haben Durst
8. Berichtet anderen über das Bienensterben! Sag es deinen Freunden!
9. Beteiligt Euch an sinnvollen Kampagnen zum Schutz der biologischen Vielfalt und zum Schutz der Bienenvölker – gleicht jetzt zu Greenpeace auf die
homepage und mitmachen: https://service.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/mitmach_aktionen/aktion/protest_e_mail/petition_fuer_bienenschutz/#protest_e_mail
10. verschenkt mal Seedballs bei nächster Party-Einladung

… und : Von Bienen kann man eine Menge lernen – schaut mal hier:

Projekt HOneyBeeOnlineStudies

Bienenforschung Uni Würzburg – nachhaltige Bildung

Nachhaltig lecker – Sommerzeit ist Eis-Zeit!

Global denken – lokal handeln!

Heute mal in Kürze ein sommerlicher Fairtrade-Tip:  Sommerzeit ist Eis-Zeit – die Fa. BEN & JERRY`S wirbt mit dem charmanten Slogan „PEACE, LOVE & ICE CREAM“ und die meinen das ernst.

Eiscreme

Zunächst mal ist dieses Eis einfach umwerfend lecker – so zum Beispiel „Baked Alaska –  mit Vanille-Eiscreme, zartschmelzenden Polarbären und einem Marshmallow-Strudel“ oder etwa „Fossil Fuel – Eiscreme mit Sahne, Schokoladenkeksen, Friedenssymbolen aus Kakaohaltiger Fettglasur und Schokolandensauce“ – und so geht das mit über  10 Sorten gerade weiter…

Hier ein Zitat aus der Produktbeschreibung: „Das BEN & JERRY`S 100-prozentige Fairtrade Engagement bedeutet, dass jede Zutat, die unter Fairtrade-Bedingungen erhältlich ist, wie Zucker oder Kakao, auch als solche bezogen wird.

Doch mal von Anfang an: Die Milch zur Herstellung der Eiscreme kommt von „happy cows“. Die EU thematisiert die artgerechte Nutztierhaltung von Hühnern und Schweinen – zum Glück!!- über Rinderhaltung, Milchviehhaltung wird wenig gesprochen und das muss man ändern. Mal wieder getreu dem WWF-Motto „Wir sind der Schwarm“ bitten wir Euch, die Kampagne hier zu unterstützen: http://www.happycows.eu/en/about-you

Für die Verpackung der Eiscreme wird ausschliesslich Papier verwendet welches aus nachhaltiger und umweltverträglicher Forstwirtschaft stammt – hier kooperiert BEN & JERRY`S mit dem „Forest Stewardship Council“ (https://ic.fsc.org/)

Dass die Eier für die Eiscreme von Hühnern kommen die in artgerechter Freilandhaltung leben und BEN & JERRYS in den USA der erste nationale Lebensmittelproduzent ist, der auf diesen Nachweis besteht, versteht sich fast von selbst.

 

Ok, es ist die etwas teurere Eiscreme aber für die Umsetzung der Idee PEACE, LOVE & ICECREAM kann man doch einen Euro mehr investieren – oder?

Schaut es Euch selber an – mitmachen lohnt sich 🙂

www.benjerry.de

Auswilderungsprojekte – Raubtier und Mensch in Koexistenz

Reisen und Lernen für Nachhaltigkeit

Wenn in urbanen Regionen Europas ausser Ratten und Igeln auch zunehmend  Waschbären, Marder, Füchse gemeldet werden, hat dies meist Signalcharakter. Wenn Bären, Luchse und Wölfe sich in „unseren“ Wäldern wieder ansiedeln wird die Berichterstattung panisch. Wir sind nicht mehr gewohnt, Raubtiere in unserer Nähe zuzulassen.

Auswilderungsprojekt Luchse in Deutschland

Auswilderungsprojekte sind gerade in den dicht-besiedelten europäischen Regionen in ihrer Organisation und Umsetzung anspruchsvoll wenn es darum geht, Pläne für eine friedliche Koexistenz zwischen Raubtier und Mensch zu entwerfen. Zu gross scheinen die Interessenkonflikte zu werden, wenn es um den Schutz von Nutztierherden oder wandernden Alpin-Touristen geht.

Nicht nur staatliche Organisationen sondern eine steigende Anzahl privater Initiativen und Institutionen beschäftigt sich mit der Aufgabe, zuverlässige monitoring-Methoden zu entwickeln um verwertbare Erhebungen und Zahlen zur Populationsentwicklung zu bekommen. Darüberhinaus steht im Mittelpunkt dieser Aktionen die  Erforschung der Lebensweise von Raubtieren in der heutigen Kulturlandschaft die im europäischen Raum kaum mehr Landstriche bietet, welche man als „Wildnis“ bezeichnen könnte.

Welche neuen Verhaltensweisen Wölfe, Bären, Luchse und andere Jäger in Interaktion mit Menschen und auch mit anderen Tierpopulationen entwickeln stellt ein spannendes Forschungsfeld dar.

Nachhaltiges Wildtiermanagement erfordert qualifizierte Öfffentlichkeitsarbeit

Es haben sich bereits hervorragend arbeitende und funktionierende „Biosfera“ etabliert, die unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten (Raubtier/Ökosystem/Bevölkerung/Agrar- u. Landwirtschaft/Tourismus/Gewerbe) inspirierende und funktionierende Pläne zur Entwicklung einer friedlichen Koexistenz von Mensch und Raubtier vorlegen können. Dies sind darüberhinaus wertvolle Muster  für sozio-kulturelle Nachhaltigkeitsprojekte für Mensch und Tier in den sog. Entwicklungsländern.

 

Universität und SchuleRelevant für Fachbereiche wie z.B. Verhaltensforschung/Psychologie/Soziologie aber auch Wirtschaft/Volkswirtschaft/Politik und selbstverständlich Biologie/Evolutionsbiologie/Zoologie sowie Geographie u. vglb. gibt es Angebote für interessierte volunteers.

Aktuelle Regionen für dieses Angebot: Schweiz und Italien

Unterwasser-Lärmverschmutzung bedroht Wale und Delfine

Lärm ist das Geräusch der anderen….

so definierte es Tucholsky einmal und jeder von uns weiß, wie zutreffend dies ist wenn man unter dem Krach und Krawall anderer zu leiden hat. Wir schwärmen von einer Kultur der Stille, die wir gerne fernöstlichen Gesellschaften zuschreiben… die wir jedenfalls im Zweifel immer dort vermuten, wo wir selbst nicht sind. Unsere westlich-geprägte Gesellschaft denkt bislang kaum daran, Lärm ganz offiziell in die Kategorie der Umweltverschmutzung aufzunehmen.  Längst nicht hinreichend beobachtet und erforscht sind aus Lärm resultierende psycho-soziale Stressfaktoren und deren Auswirkung. Wenn wir uns akustisch nicht mehr orientieren können, weichen wir aus, beenden nach Vermögen, was Krach macht und nervt oder schalten auf Sicht-Orientierung um.

Wal

Das ist nicht jedem Lebewesen möglich. Unter Wasser gibt es kein Ausweichen, gibt es nicht eine einzige Möglichkeit, sich akustischem Terror zu entziehen.

So ungefähr wissen wir, dass Unterwasserlärm Wale und Delfine vertreibt, empfindlich stört und beeinträchtigt und in ihrer Welt der nachtdunklen tiefen Meere orientierungsunfähig macht, sie bisweilen tödlich stranden lässt.

Diese Erkenntnis kollidiert natürlich mit den Interessen beispielsweise von offshore-Windparkbetreibern; man war erleichtert über die Möglichkeiten „grüner Energiegewinnung“ durch Wind und hatte klare Image-Vorteile vor offshore-Erdölbohranlagen. Doch wie gravierend die Lärmverschmutzung unter Wasser sowohl beim Bau der Anlagen als auch beim normalen Betrieb der Windparks ist, wird seit spätestens 2011 mit über 200 Messstationen in der Ostsee erfasst. Mit diesem aktustischen monitoring werden Daten zur Entwicklung der Schweinswal-Populationen erhoben und die Ergebnisse sind niederschmetternd: Die Tiere weichen dem Krach eindeutig aus so gut es geht. Der Chef des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benk, erklärt, dass nun endlich erstmals wissenschaftlich -exakte Daten vorliegen, die eindeutig das Schutzbedürfnis der Schweinswale in der Ostsee ausweisen. In den kommenden zwei Jahren soll nun der Bestand und das Wanderverhalten kartographiert werden und auf dieser Basis lässt sich dann um konstruktive Regelungen zum Schutz dieser Tierart kämpfen und argumentieren.

Warum genau wir uns um die Stille der Ozeane kümmern müssen, lässt sich in einigen Zahlen und Fakten darlegen:

Ab einer Tiefe von maximal 200 m lässt die Unterwasserwelt jede Lichteinstrahlung vermissen – es ist absolut finster! Während Landsäugetiere sich in der Regel hauptsächlich über das Sehvermögen orientieren, haben Wale zwei- bis dreimal soviel Hör- als Sehnerven und sind damit optimal an ihre Lebensverhältnisse angepasst, denn Wasser leitet Schallwellen um ein vielfaches besser als Luft: Im Wasser verbreitet sich Schall mit 1.550 m pro Sekunde – in der Luft nur mit rd. 340 m pro Sekunde.

Die Meeressäuger erzeugen sogenannten „Klicklaute“ und orientieren sich über das hieraus entstehende Echo welches von Felsen, Schiffen und Fischen reflektiert wird und ein genaues akustisches „Abbild“ der Umgebung liefert. Ein überlebenswichtiges Navigationssystem also. Auch die Suche nach Partnern läuft akustisch ab: Walrufe sind für Partner in über 1000 Kilometern Entfernung hörbar – die Tiere erzeugen tiefe Frequenzen weil diese über weitere Strecken hörbar sind, als hohe Frequenzen.

Leider liegt auch der Lärm von Schiffsmotoren im Tieffrequenzbereich bei 300 Hertz -und nicht wenige davon verursachen einen Lärmpegel von über 190 dB – dies gleicht dem aktustischen Terror dem unser Gehör ausgeliefert ist, wenn wir uns einen Meter neben einen startenden Düsenjet stellen!

Im Gegensatz zur Vernichtung nur langsam sich regenerierender habitate wie beispielsweise Posidonia oder zu erosionsbedingten Zerstörungen und zu chemischer Umweltverschmutzung haben wir es bei Lärmverschmutzung vergleichsweise leicht: Wir können ihn abschalten, er hinterlässt sofort keinen weiteren Schaden – es lohnt sich, in lärmarme Technologie zu investieren!

 

 

Ökologie und Nachhaltigkeit bei Bio-Lebensmittel

Lebensmitteleinkauf mit Transparenz

Wenn wir beim Einkauf von Fleisch, Milchprodukten und Eiern gewissensberuhigt und freudig nach den Artikeln mit Öko-Label, Bio-Zertifikat und denen mit dem Hinweis auf „artegerechte Tierhaltung“ greifen und in Kauf nehmen, dafür mehr zu bezahlen, so können wir leider noch immer nicht sicher sein, wirklich das zu bekommen, was die schönen Bilder von freilaufenden Rindern und Schweinen auf grüner Wiese und glücklichen Hühnern unter blauem Himmel so glauben machen sollen!

Die Richtlinien für artgerechte Tierhaltung und Bio-Zertifikate erlauben ebenso Massentierhaltung, Käfighaltung von Hühnern, „vergasen“ und „zermatschen“ von hunderttausenden nicht-brauchbaren Küken, blutige Kastration von Millionen Ferkeln ohne jegliche Betäubung, Lebendtiertransporte quer durch Europa, Schlachtung durch sogenanntes „Schächten“ was bedeutet, dass die Rinder, Kälber, Pferde, Schweine mit Bolzen oder Betäubungsmittel betäubt werden und dann zum Ausbluten mit durchschnitttener Kehle aufgehangen werden – viele der Tiere sind nicht wirklich hinreichend betäubt und erleben ihren bis zu 10 Minuten dauernden Todeskampf qualvoll bei Bewußtsein… Die Liste ließe sich traurig und skandalös fortsetzen.

Tierschutz, Umweltschutz, Artenschutz

Augen auf beim Fleisch-Einkauf!

Wir achten noch immer in erster Linie darauf, beim Verzehr von „Nutztieren“ selbst nicht krank zu werden – wollen sichergehen, dass kein Antibiotika und andere Chemie oder genmanipuliertes Futtermittel zugesetzt wurde. Die Gesundheit des Menschen steht in der öffentlichen Debatte eindeutig im Vordergrund – ok, wenn die Diskussion mit diesem Fokus fortgesetzt werden soll, wäre doch vonnöten darauf hinzuweisen, dass eine rigide Einschränkung des Verzehrs von Fleisch, Eiern und Milchprodukten nicht nur wesentliche Voraussetzung für eine Agrar-Reform zu artgerechter Tierhaltung und ökologisch-nachhaltiger Produktion von Lebensmitteln darstellt, sondern darüberhinaus einfach auch notwendig, weil es gesünder ist!

Es geht nicht darum, eine vegane Lebensweise zu verordnen sondern- wie so oft im Leben – um das „rechte Maß“ und um eine engagierte Einkaufsweise – um „political correctness“ im Konsumverhalten. Es ist ganz klar: Der Grund dafür, dass wir noch immer skandalöse Massentierhaltung betreiben – jenseits aller Ökologie, Nachhaltigkeit und Ethik – ist die Tatsache, dass wir zum einen unnötig und völlig ungesund alltäglich Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier in Massen verspeisen und die meisten Konsumenten bei der Masse, die sie in sich reinstopfen möchten, selbstverständlich preisgünstig einkaufen wollen.

Eine Agrar-Reform ist dringend notwendig – übrigens muss hierzu auch mehr Anerkennung und Verständnis für landwirtschaftliche Betriebe in die öffentliche Debatte einfliessen.  Eine solche Reform muss jedoch von uns allen mitgetragen werden – jeder kann dazu beitragen ! Wir fordern mehr Transparenz beim Lebensmitteleinkauf – dann sollten wir auch die unterstützen, die auf diese Forderung reagiert haben, die sich trotz wirtschaftlichem Risiko darauf verlassen, dass wir für diese Produkte Umwege beim Einkaufen in Kauf nehmen, einen höheren Preis bezahlen, uns etwas bescheiden und auf Qualität statt Quantität setzen! Wir müssen durch unsere Konsumentscheidung die Betriebe stützen, die konsequent ein artgerechtes (Nutz-)Tierleben schützen – und dies ist zwischenzeitlich in jedem Zipfel unseres Landes möglich.

Ganz klar sei hier nochmals darauf hingewiesen, dass wir uns im allgemeinen darüber freuen, wenn eine steigende Anzahl von Bio-Produkten in den Supermärkten zu finden ist – dies belegt zumindest die gute Absicht einer Vielzahl von Käufern  – doch dies ist kein Grund zu blindem Vertrauen und es ist einfach gut, die Augen aufzuhalten und genau hinzusehen. Bio-Produkte beim Kauf vorzuziehen ist auf jeden Fall besser, als gar kein statement abzugeben – aber sich genau anzusehen, wie die Tiere wirklich gehalten werden ist die unschlagbar beste Methode für eine Öko-Bio-Einkauf 🙂

Getreu dem WWF-Motto „Wir sind der Schwarm!“ sagen wir, BLUEWORK kann auch hier stattfinden: Informiert andere und unterstützt verantwortungsbewußt, human und nachhaltig arbeitende Landwirte und Produzenten!

Hier eine kleine link-Sammlung und BITTE WEITERSAGEN! Danke!

http://www.neuland-fleisch.de/verbraucher/einkaufen.html

http://www.uria.de/index.php?idcat=1

http://www.wwf-jugend.de/durchstarten/fleischfrage/hintergrund/

http://gefluegelhof-wirtz-telohe.de/ueber_uns.html

 

 

Umweltschutzpolitik und social networking

WWF-Aktion „Wir sind der Schwarm“

Wenn Gruppen zwischen 20 und 100 Jugendlichen, zumeist aus naturwissenschaftlichen Oberstufenkursen, sich dazu entscheiden bei der Durchführung eines Blauen Studienfachprogrammes Meeresbiologie Ozeanographie und Ökologie während ihrer Klassenstudienfahrten ein- oder mehrtägige Freiwilligeneinsätze für Natur und Umwelt einzuplanen, so ist dies für uns immer wieder mit hohem Organisationsaufwand verbunden. Man sollte es kaum glauben, aber es ist alles andere als einfach die hochmotivierten jungen Leute wirklich zum Einsatz zu bringen  – sowohl auf regional-lokaler als auch auf Bundes- oder Landesebene bremsen überbürokratisierte Strukturen und teilweise auch schlichte Uninteressiertheit das freudige Engagement aus und auch bei national und international agierenden Tier- und Naturschutzorganisationen läuft unter „Mitmach-Aktion„oft nur ein Spendenaufruf oder das Angebot für eine Tier- oder Baumpatenschaft – sicherlich ebenfalls, aber eben nicht einzig sinnvoll.

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Jedes Jahr haben wir hunderte von Teilnehmern an unseren Programmen die sich bei Aktionen von Flurbereinigungen, Strandsäuberungen, Bestandsaufnahmen, Renaturierungsarbeiten, Bau von Hege-, Pflege – und Bruteinrichtungen, Aufforstungsarbeiten oder Tierzählungen und auch im urbanen Bereich für Instandhaltungsarbeiten an Grünflächen,Parkanlagen und in sozialen Flächen beteiligen möchten und selbstverständlich werden wir auch 2013 unser Bestes geben, dies zu organisieren und geeignete Partner hierzu zu finden.

BLUEWORK soll natürlich nicht nur an ein oder zwei Tagen im Jahr stattfinden – ein tolles Beispiel dafür, wie man sich auch als social networker sinnvoll in die community für den Erhalt von Natur und Umwelt einsetzen kann, ist die aktuelle Aktion des  WWF „Wir sind der Schwarm“. Aktuellen Zahlen zufolge sind die europäischen Fischbestände im Jahr 2022 leergefischt, wenn die Politik hier nicht sofort einschreitende Maßnahmen ergreift. Politik ist nicht nur die Entscheidung einiger weniger – so auch das Motto „Wir sind der Schwarm“.

Sich aktiv an politischer Arbeit zu beteiligen war vielleicht noch nie so leicht wie heute – also hier der link zum WWF – BITTE WEITERSAGEN!: http://schwarm.wwf.de/#footer

 

Erlebnispädagogik im Einsatz für Natur und Umwelt

Das Meer als ausserschulischer Lernort

 

nur Ausschnitt eines riesigen Systems

auch kleine Fische brauchen Schutz

Mehr als 71 Prozent des blauen Planeten Erde werden von Wasser bedeckt. Junge Menschen, die nicht gerade auf Sylt, Rügen oder hinterm Deich leben oder nicht gerade aus Brasilien eingewandert sind und eine Vorstellung davon haben, was es bedeutet mitanzusehen, wie Quadratkilometer von jahrtausende altem Urwald-Baumbestand mit allem was darin lebt täglich gerodet und verödet wird, haben nur wenig direkten und erlebnispädagogischen Zugang zu unserem faszinierenden und gleichermassen bedrohten Ökosystem und seiner Artenvielfalt.

Die Bedeutung von Klimaschutz, Klimakatastrophe wird uns Kontinental-Europäern im Alltag ohnehin kaum vor Augen geführt und bewusst; die von vielen Umwelt- und Artenschutzorganisationen geforderte Sensibilisierung für dieses globale Anliegen, ist unser  Auftrag.

Unser AEAN + Co ist ein Kooperationsnetzwerk mit Schutzstationen, Behörden, Fachinstituten von Universitäten, Forschungsstationen, Meeresbiologischen Instituten, Umweltpolitischen Projekten und Artenschutzorganisationen mit denen wir unsere Programmreihe Blaue Studienfachprogramme Meeresbiologie und Ökologie, BLUEWORK-volunteering, MUSCHELSUCHER Umwelt-und Erlebnispädagogik entwickelt haben und immer weiter entwickeln für immer neue Regionen – ab 2013 voraussichtlich auch für Costa Rica, Canada, Namibia und Ägypten.

Wir bringen sogar das Meer an die Schulen: Als Vorbereitung für jedes dieser Programme stellt einer unserer Kooperationspartner einen Referenten mit Fach- und Filmvortrag  – aktuell zum Beispiel „Haie als Topjäger und ihre Bedeutung im marinen Ökosystem“/shark project.

Das Meer als ausserschulischer Lernort hat auf die Schülerinnen und Schüler eine unschlagbare Anziehung und dies machen wir uns zu eigen um das hier geforderte Bewusstsein für die Gestalter und Konsumenten von morgen zu schaffen: Im Labor, bei Wasseruntersuchungen, in Referaten, Schnorchelgängen und selbst durchgeführten Untersuchungen erworbenes Wissen steht hier in Verbindung mit der sicherlich beeindruckenden weil emotionalisierenden Begegnung mit faszinierenden Tieren wie Walen, Delphinen, Haien oder Meeresschildkröten. An manchen Orten vermitteln wir sogar Patenschaften für eines der bedrohten Tiere – nachfolgende Klassen können dann das Patentier ihrer Schule alljährlich besuchen.

Wir wollen zeigen, wie Jugendliche sich für Umwelt- und Artenschutz einsetzen können in Verbindung mit dem Erwerb unterrichtsbezogener Inhalte, mit outdoor-Aktivität und immer mit sehr viel Spass und Freude.

einen sonnigen Tag 🙂 bis zum nächsten blog

Umweltpädagogik als Schülerwettbewerb

Ideen für BLUEWORK im Alltag

Umweltaktivismus kann überall und jederzeit stattfinden – wenn man sich die Entwicklung der strategischen Unternehmenskooperationen zum Beispiel des WWF ansieht, wird einem schnell bewußt, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich für Natur und Umwelt zu engagieren!

Wir alle sind als Konsumenten täglich in der Rolle als Entscheider – unsere Nachfragekultur regelt Markt und Angebot – doch über die Herstellung von Lebensmitteln, über Herkunft, Zucht und Anbau und auch über die Bedingungen der in diesem Bereich arbeitenden Menschen wissen wir im Allgemeinen viel zu wenig.

Augen auf beim Fischkauf

Augen auf beim Fischkauf © Michael Diefert / PIXELIO

 

In unserer Reihe BLUEWORK-volunteering organisieren wir deshalb nicht nur Einsätze zur Strandreinigung an internationalen Küstenregionen, in der Biotoppflege oder in Artenschutz-/monitoring-Projekten, sondern geben gerne Anregungen zur Planung unterrichtsbegleitender und „alltagstauglicher“ BLUEWORK-Projekte wie zum Beispiel:

Schau drauf was drin ist! – nachhaltig einkaufen und gesund essen

Firmen wie beispielsweise Edeka verpflichteten sich, auf das Angebot von Fischprodukten, welche aus nicht-nachhaltigem Fang oder nicht-nachhaltiger Zucht stammen, zu verzichten. Der Käse-Hersteller Adler-Edelcreme unterstützte das Alpenschutzprogramm des WWF welches unter anderem die Wiederansiedlung von heimischen Luchsen zum Ziel hatte. Das Unternehmen Costa Meeresspezialitäten unterzeichnete den Global Compact der Vereinten Nationen und erklärt damit offiziell seinen Willen, sich in Zukunft auf ökologische und soziale Standards zu verpflichten. Danone, der weltweit grösste Hersteller von Milchprodukten engagiert sich für den Anbau von gentechnikfreiem Mais und stellt als erste grosse Joghurtmarke bei der Herstellung von Bechern auf den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen um – hier werden nun 43 % weniger fossile Rohstoffe verbraucht und die Klimabilanz fällt um 25 % positiver aus! Das innovativste Konzept zum Thema „Transparenz und Nachhaltigkeit“ bietet mit Sicherheit die Firma followfish mit ihrem online-tracking-System kann jeder Käufer genau nachverfolgen, woher der Fisch kam, der verpackt hier vor ihm liegt. Das Regenwald-Projekt der Brauerei Krombacher brachte 4 Mio. Euro zum Schutz des Waldes im Kongobecken und das Gebiet hat seit 01.Juli 2012 nun als WWF-Projektregion den Weltnaturerbe-Status. Die Reihe lässt sich vielfältig fortführen und in unserer online-vernetzten Welt, haben wir nicht nur im Supermarkt um die Ecke und auf dem Wochenmarkt die Möglichkeit,  entsprechende Fragen nach Herkunft und Herstellung zu stellen, sondern können selbst über international handelnde Lebensmittelkonzerne im Internet erfahren, was wir wissen möchten…

nachhaltig einkaufen

nachhaltig einkaufen © Thorben Wengert / PIXELIO

 

Bei unserem Projekt „schau drauf was drin ist!“ geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler sich sich sowohl online als auch am lokalen Markt informieren über Zertifikate die im Zusammenhang mit Projekten der Nachhaltigkeit vergeben werden, über bestehendes Angebot; sie sollen eine Übersicht der Zertifizierungen recherchieren und informativ dokumentieren und schliesslich einen Wochen-Einkaufsplan erstellen, der selbst ein Zertifikat „einwandfrei nachhaltig“ verdient hat!  In Kürze  wird  ein Wettbewerb ausgeschrieben – gewinnen wird die Schulklasse, die die informativste und beste Website zum Thema „schau drauf was drin ist!“ präsentiert.

Wenn Ihr unter http://klassenfahrten-fachprogramme.de/ den newsletter bestellt, informieren wir Euch rechtzeitig zum Start des Wettbewerbes!

www.hypersmash.com

Unsichtbare Umweltverschmutzung und Artenschutz

Alles eine Frage der Orientierung

Seit einiger Zeit ist erwiesen, dass Unterwasserlärm von Schiffsverkehr, Bohrinseln und Hochseebaustellen wie etwa zur Errichtung von Offshore-Windanlagen dazu führen, dass die Orientierung der Meeressäuger empfindlich gestört wird. Sowohl die dramatisch zugenommenen Walstrandungen als auch der starke Rückgang in der Population der Schweinswale, deren hauptsächliches Fortpflanzungsareal in der westlichen Ostsee liegt, sind hierauf zurückzuführen.

Im Rahmen unserer Reihe der Blauen Studienfachprogramme Meeresbiologie und Ökologie bieten Exkursionen zum Thema „Marine Bioakustik“ hier aufschlussreiche Informationen und machen deutlich, dass wir Lärm als Umweltverschmutzung massiv unterschätzen und über die Herkunft der sog. „grünen Energie“ differenzierter nachdenken sollten. Alleine der Kauf „grüner Energie“ kann das ökologische Gewissen nicht entlasten: Es muss in der Hauptsache auch immer darum gehen, überhaupt weniger Energie zu verbrauchen.

Delfine des Mittelmeeres

Delfinschule im PELAGOS-Schutzgebiet © V.Plack / PIXELIO

In Regenbogenforellen haben nun Forscher der Ludwig Maximilians Universität  München sogenannte „Kompass-Zellen“ nachgewiesen. Die Forellen sind verwandt mit den Lachsen, die teilweise tausende von Seemeilen zurück zu ihren Laichgebieten ziehen, den Weg zu Ihrem Heimatfluss finden. Ihre Riechschleimhaut enthält das magnetische Eisenoxid Magnetit. Informationen über Magnetfelder werden in Nervenimpulse umgewandelt – die Tiere sind in der Lage, sich anhand dieses inneren Kompass am Erdmagnetfeld zu orientieren. Der Effekt wird seit über fünfzig Jahren auch an Brieftauben erforscht und auch an grossen Säugetieren lässt sich die hierfür typische Nord-Süd-Ausrichtung feststellen – in der Nähe von West-Ost ausgerichteten Hochspannungsleitungen ist der Orientierungssinn der Tiere irritiert – sie richten sich unter diesem Einfluss ebenfalls plötzlich in Ost-West-Richtung aus. Auch die Unterwasserleitungen von Offshore-Windparks stört auf diese Art den Orientierungssinn der Fischschwäme. Es genügt also nicht, auf den SAR-Wert beim Handykauf zu achten und sich einen Rosenquarz gegen Elektrosmog im Büro auf den Tisch zu stellen – wir sind nicht alleine betroffen.

Sie kommen wieder

© uschi dreiucker / PIXELIO

Alles ist miteinander verbunden – dem Wunder dieser so schlicht klingenden Bemerkung auf der Spur zu bleiben ist die wohl sinnstiftendste Art von Forschung überhaupt.

Die Forscher halten für möglich, dass auch der Mensch in früherer Zeit über magnetitbildende Zellen verfügte und hiervon eventuell heute noch Reste nachweisbar wären. Na ja, nützlich wäre sie in jedem Fall – diese menschliche Zelle, die den Orientierungssinn wiederherstellt…:-)